Côte des Bar - Die andere Champagne

Côte des Bar: Die andere Champagne

Fünf Winzer, ein Terroir. Pinot Noir auf Kimmeridge-Kalk – 150 km südlich von Reims.

150 Kilometer südlich von Reims liegt eine Champagne, die Sie kennen sollten. Die Côte des Bar im Département Aube: geologisch näher an Chablis als an der Montagne de Reims, geprägt von Kimmeridge-Kalk, dominiert von Pinot Noir. Hier arbeiten Winzer, die sich nicht um Konzernlogik scheren – sondern um Terroir, um Spontangärung, um null Dosage. Das Ergebnis: Champagner mit Ecken und Kanten, mit Tiefe statt Gefälligkeit.


de Bichery: Das neue Gesicht der Aube

Als Raphaël Piconnet und seine Frau Hannah 2015 den Familienbetrieb in Neuville-sur-Seine übernahmen, stellten sie sofort auf biologischen Anbau um. Vorbild: Vouette & Sorbée nebenan. Heute gehört Domaine de Bichery zu den gesuchtesten Adressen der Region. Acht Hektar, wilde Hefen, Fassausbau, keine Dosage, minimaler Schwefel. Nur 5.000–15.000 Flaschen pro Jahr – und die sind schnell weg.

La Source Brut Nature 2022

La Source Brut Nature 2022

Pinot Noir, Chardonnay · Champagne · ca. 57 €

Der Einstieg bei de Bichery – und was für einer. 70% Pinot Noir, 30% Chardonnay, vergoren mit wilden Hefen im Edelstahl. Null Dosage, nur 3 g/l Restzucker aus der Gärung. Zitrus trifft auf weißen Pfirsich, salzige Mineralität zieht durch.

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Les Terres Mêlées Brut Nature 2022

Les Terres Mêlées Brut Nature 2022

Pinot Noir, Chardonnay · Champagne · ca. 65 €

„Gemischte Böden" – der Name verrät die Herkunft: Parzellen auf Kimmeridge-Kalk und Ton. Ausbau im gebrauchten Fass, 12 Monate auf der Feinhefe. Brioche verschmilzt mit Haselnuss, Kreide zieht im Hintergrund. Strukturierter als La Source, mit längerem Nachhall.

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Olivier Horiot: Der Sieben-Sorten-Winzer

Les Riceys: das einzige Dorf der Champagne mit drei Appellationen. Mittendrin: Olivier Horiot, dessen Familie hier seit dem 17. Jahrhundert Reben kultiviert. Was ihn unterscheidet: Er keltert alle sieben zugelassenen Champagner-Rebsorten – darunter die fast ausgestorbene Arbane. Biodynamisch, ohne Dosage, 25.000 Flaschen jährlich. Seine Frau Marie leitet den Keller.

Cuvée Métisse Brut Nature

Cuvée "Métisse" Noirs & Blancs LME21

Pinot Noir, Chardonnay, Pinot Blanc · Champagne · ca. 51 €

„Métisse" bedeutet Mischling – eine Assemblage aus schwarzen und weißen Trauben, aus verschiedenen Jahrgängen. Apfel trifft auf Birne, Kräuter auf Feuerstein. Verlangt nach Comté, Hummer, pochiertem Fisch.

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Cuvée Sève Blanc de Noir 2018

Cuvée "Sève" Blanc de Noir 2018

Pinot Noir · Champagne · ca. 66 €

100% Pinot Noir, vinifiziert wie ein Weißwein. „Sève" heißt Saft, Lebenskraft. Sechs Jahre Flaschenreife, Potenzial für weitere zehn. Getrocknete Aprikose verschmilzt mit Mandel, Rauch zieht durch.

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Louise Brison: 114 Jahre Familiengeschichte

Gegründet 1910 von der Namengeberin selbst, wird Champagne Louise Brison heute in vierter Generation von Delphine Brulez geführt – Agraringenieurin, Önologin und Mitglied der „Les Fa'bulleuses", einem Kollektiv weiblicher Champagner-Winzerinnen. Die Weinberge um Noé-les-Mallets ruhen auf Kimmeridge-Kalk – demselben Gestein, das Chablis prägt. Näher an Auxerre als an Reims.

A l'Aube de la Côte des Bar 2018

A l'Aube de la Côte des Bar 2018

Pinot Noir · Champagne · ca. 49 €

Der Name ist ein Wortspiel: „A l'Aube" heißt „im Morgengrauen" – und ist zugleich eine Verneigung vor dem Département Aube. 100% Pinot Noir, sechs Jahre auf der Hefe. Reife Birne trifft auf Brioche, Kalkstein im Abgang.

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Chardonnay de la Côte des Bar 2018

Chardonnay de la Côte des Bar 2018

Chardonnay · Champagne · ca. 58 €

Blanc de Blancs aus der Côte des Bar – eine Seltenheit. Hier dominiert Pinot Noir, aber dieser Chardonnay wächst auf Kimmeridge-Kalk, demselben Gestein wie Chablis. Zitronenzeste kollidiert mit grünem Apfel, messerscharfe Säure.

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Clandestin: Der Undercover-Champagner

2015 packte Benoît Doussot seinen Abschluss vom Lycée Viticole in Beaune ein und fuhr in die Côte des Bar. Sein Lehrmeister: Bertrand Gautherot von Vouette & Sorbée. Clandestin ist ein Micro-Négoce-Projekt – Bio-Trauben von elf Winzern, verarbeitet in einer Kellerei mit Schwerkraft-Vinifikation auf zwei Etagen. Burgundische Sensibilität, südliche Champagne.

Boréal Brut Nature 2022

BORÉAL Brut Nature 2022

Pinot Noir · Champagne · ca. 72 €

100% Pinot Noir von Nordlagen – daher der Name. Vergoren im Edelstahl, ausgebaut im gebrauchten Burgunder-Fass. Sauerteig trifft auf gesalzene Haselnüsse, Zitrus zieht durch.

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Austral Brut Nature 2022

AUSTRAL Brut Nature 2022

Pinot Noir · Champagne · ca. 77 €

Das Gegenstück zum Boréal: Pinot Noir von Südlagen, mehr Reife, mehr Fülle. Gelbe Früchte verschmelzen mit Honig, Brioche im Nachhall.

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Drappier: Die achte Generation

Vier Geschwister, ein Generationswechsel: Hugo gewann 2025 einen Award für seinen Fromenteau-Champagner, Antoine pflügt mit dem Pferd, Charline kümmert sich ums Marketing. Die Keller von Champagne Drappier in Urville ließ der Heilige Bernhard 1152 errichten. Vater Michel, seit 1979 am Ruder, war einer der ersten, die Zero Dosage wagten. Keller von 1152. 70% Pinot Noir.

Brut Nature Sans Soufre

Brut Nature, Sans Ajout de Soufre

Pinot Noir · Champagne · ca. 57 €

Null Schwefel, null Dosage, null Kompromisse. 100% Pinot Noir, drei Jahre Hefelager, Degorgierungsdatum eingraviert. Bitterorange trifft auf reife Äpfel, Mandeln im Finish.

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Clarevallis Extra Brut

Clarevallis Extra Brut

Pinot Noir, Chardonnay, Meunier, Blanc Vrai · Champagne · ca. 54 €

Benannt nach der Abtei Clairvaux – dem Kloster des Heiligen Bernhard, dessen Mönche die Drappier-Keller bauten. Mit Blanc Vrai – einer in der Champagne fast ausgestorbenen Sorte. Weißer Pfirsich trifft auf Haselnuss, Kalkstein im Finish.

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Ein Schluck Boréal, und es riecht nach Sauerteig und gesalzenen Haselnüssen. Pinot Noir von Nordlagen, vinifiziert wie in Burgund. Die Côte des Bar liegt näher an Beaune als an Reims – und schmeckt auch so.

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Herzliche Grüße!

Ihr Team von
Lebendige Weine

P.S.: Champagner verdient das richtige Glas. Unser Tipp: Das Zalto Universal – ja, auch für Champagner. Die Aromen entfalten sich besser als in der klassischen Flöte.